Entwicklungsstand der Neuen GOÄ Juli 2017

Entwicklungsstand der Neuen GOÄ Juli 2017

Nach zähem Ringen mit allen Betroffenen steht das Gerüst der seit Jahrzehnten nicht reformierten Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit über 4000 Positionen. Derzeit wird dafür eine „Bepreisung“ mit Hilfe einer externen Firma durchgeführt, die schon die kassenärztliche EBM berechnet hat. Nach 30 Jahren „Stillstand“ müssen Ärzte vermutlich mit weniger als dem prognostizierten Anstieg allgemein von 5,8% rechnen, als mit der alten GOÄ zum jetzigen Zeitpunkt. Es kommt lediglich zu einer Umverteilung von technischen Leistungen hin zu originär ärztlichen Zuwendungsleistungen. Dies führt bei vielen Ärzten zu der Überzeugung, sie würden mit einer „verschleppten“ alten GOÄ weiter besser fahren. Mit einer neu vorgesehenen Kommission (GeKo) wurde eine Instanz in den Paragraphenteil aufgenommen, die drei Jahre lang das Abrechnungsverhalten der „Teilnehmer“ überprüfen und ggf. korrigieren soll. Kostenträger sollen so geschont werden.

Bezüglich Entwicklungsstand der GOÄ ist auch der gerade veröff entlichte Jahresbericht der PKV 2016 interessant: Die Leistungsausgaben sind weniger gestiegen als die Jahre zuvor, aber immerhin noch um 3,4 % pro Versicherten - bei den Heilpraktikerleistungen 5,8 %. Gibt es also von Seiten der PKV „Luft nach oben“ für die Ärzte bei den GOÄ-Verhandlungen? Auch nahmen die angesparten Altersrückstellungen um 5,9 % auf 233 Mrd. Euro zu, man hat also „gut gewirtschaftet“. Problematisch sind nach wie vor die Ausgaben für Neu-Abschlusskosten von 2,4 Mrd. Euro, das entspricht fast der Hälft e des gesamten Aufwands für ambulante Leistungen der PKV. Hier kann man von enorm viel „Luft nach unten“ ausgehen, sodass die berechtigten Forderungen der Leistungserbringer ermöglicht werden können.

Der Erhalt des dualen Systems von GKV/PKV ist sehr zu begrüßen – für Privatärzte/-innen ist ein „Aufatmen“ noch nicht in Sicht, hier sind voraussichtlich Restriktionen zu erwarten: Wenn die neue Bundesregierung rasch grünes Licht gibt für diese Neue GOÄ, gibt es wohl mehr Rechtssicherheit, die Rahmenbedingungen werden allerdings eher enger als großzügiger ausfallen.


Gastautor:
Dr. med. Heinz Oehl-Voss
2. Vorsitzender des Privatärztlichen Bundesverbandes
Schriftführer „Privatärztliche Praxis“
Dreisamstr. 1, 76337 Waldbronn

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