Badrenovierung im Homeoffice als Werbungskosten

Badrenovierung im Homeoffice als Werbungskosten

Ein Steuerpflichtiger, der als leitender Angestellter für eine Firma tätig war, vermietete eine Wohnung seines Zweifamilienhauses umsatzsteuerpflichtig als Homeoffice an die Firma. Die Räume wurden auch als solche von ihm genutzt. In der Einkommensteuererklärung machte er einen Verlust aus Vermietung und Verpachtung geltend, der zum Großteil aus der Renovierung des im Homeoffice befinndlichen Badezimmers resultierte. Das Finanzamt erkannte die Kosten für die Renovierung nicht an und ordnete sie dem Bereich der privaten Lebensführung zu. In seiner Einspruchsentscheidung führte es aus, dass die Anmietung eines kompletten Badezimmers nicht im Interesse des Arbeitgebers gelegen habe und daher auch die Kosten für die Renovierung nicht anzuerkennen seien. Der Mietvertrag enthalte keinerlei Hinweise darauf, inwieweit das Badezimmer Gegenstand der Vermietung sei. Darüber hinaus sei – trotz der aufwändigen Renovierungsarbeiten – keine Erhöhung der Miete erfolgt. Dies deute ebenfalls darauf hin, dass die Renovierung des Badezimmers nicht im Interesse des Arbeitgebers erfolgte. Der Steuerpflichtige führte dagegen aus, dass Voraussetzung für die Anmietung der Räumlichkeiten durch den Arbeitgeber gewesen sei, dass diese den repräsentativen Anforderungen des Unternehmens entsprächen und – aufgrund des Publikumsverkehrs – sanitäre Anlagen vorhanden seien. Das Finanzgericht Köln entschied den Fall nun wie folgt: Die Kosten sind nur insoweit anzuerkennen, als sie auf die Toilette, Waschbecken, Seifenspender etc. entfallen. Insbesondere die Kosten für Badewanne und Dusche seien nicht zu berücksichtigen. Darüber hinaus entschieden die Richter, dass für den Betrieb der Toilette nebst Waschbecken etc. ein Drittel der Gesamtfläche des Badezimmers benötigt werde. Die Renovierungskosten, welche also nicht direkt einzelnen Sanitäreinrichtungen innerhalb des Badezimmers zugeordnet werden könnten, seien nur zu einem Drittel zu berücksichtigen. Das Finanzgericht folgte der Ansicht des Finanzamts, wonach die Anmietung eines kompletten Badezimmers nicht im Interesse des Arbeitgebers liegt. Für die Abwicklung des Kundenverkehrs seien lediglich das Vorhandensein von Toilette und Waschbecken nebst Zubehör notwendig. Gemäß den Ausführungen des Arbeitgebers sei Voraussetzung gewesen, dass die Räumlichkeiten dem Standard der Niederlassungen entsprächen. Auch die Büros des Arbeitgebers verfügten jedoch über keine vollständig ausgestatteten Badezimmer. Das bereits vorgetragene Argument des Finanzamts hinsichtlich der nicht erfolgten Mieterhöhung sah das Gericht ebenfalls als Indiz für eine aus privatem Interesse erfolgte Renovierung an.

Quelle: BFH-Urteil vom 31.01.2017 IX R 17/16

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