Spenden will gelernt sein

Spenden will gelernt sein

Wenn die Vorweihnachtszeit näher rückt, schießen alljährlich Spendenanfragen wie Pilze aus dem Boden. Der Briefkasten quillt über von mitleidheischenden Werbemailings, Fernsehsendungen werben um jeden Euro, alle Welt macht auf Mildtätigkeit. Aber ist das denn so schlecht? Eigentlich nicht. Nur: Wem kann man wirklich vertrauen und (wo) kommt das Gute und gut Gemeinte wirklich an?

Für Transparenz steht das Siegel des Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das dieses Jahr seinen 25. Geburtstag feiert. Spendensammelnde Organisationen können das Siegel auf eigenen Wunsch beantragen und durchlaufen dabei eine Prüfung: Sind Leitung und Aufsicht effektiv und deutlich voneinander getrennt? Ist die Öffentlichkeitsarbeit sachlich, wirtschaftlich und wirksam? Wie steht es um Mitarbeitergehälter und Jahresabschluss? Erst nach positiver Beurteilung wird das Siegel zuerkannt, befristet auf zwölf Monate. So bietet das Siegel ein wenig Orientierung und für alle, die es ganz genau wissen wollen, gibt es eine Spenderberatung per E-Mail.

Wer selbst oder mit seinem Unternehmen etwas in Bewegung bringen will, kann statt Weihnachtsgeschenke für Freunde oder Kunden den entsprechenden Geldbetrag spenden und wird vom Finanzamt sogar mit Steuerentlastung belohnt. Hilfsorganisationen unterstützen nicht nur die Dritte Welt, sondern auch gerne bei der Organisation einer Benefizveranstaltung. Zeitspenden sind ebenfalls willkommen, bei denen Ehrenamtliche sich als Lesepate, Behördengänger oder Einkaufshilfe nützlich machen.

Oder wie wäre es mit modischer Unterstützung vor Weihnachten? Das ist kein Modegag, sondern eine sehr erfolgreiche Aktion der Zeitschrift „Brigitte“ für die Hilfsorganisation „Save the Children“. Die Leserinnen (vielleicht auch Leser?) stricken das Zeichen ihrer Solidarität, den „Schal fürs Leben“, selbst und tragen ihn am 10. Dezember. Ein Teil des Kaufpreises der Wolle geht als Spende ab, Handarbeitsmuffel können spenden, in dem sie den fertig gestrickten Schal kaufen oder sie spenden einfach so.

Beim Spenden und Helfen muss man übrigens nicht auf Weihnachten warten. Aus den USA kommt die Idee des „Giving Tuesday“. Immer am Dienstag nach Thanksgiving werden den Rabattschlachten und dem Kaufrausch eines „Black Friday“ oder „Cyber Monday“ gute Taten entgegengesetzt. In den letzten beiden Jahren gab es auch in Deutschland Aktionen.

Helfen kann man eben auch mit guten Ideen. Immer und überall. Das klingt doch gut.

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