Willkommen 2018: Das ändert sich im neuen Jahr

Willkommen 2018: Das ändert sich im neuen Jahr

Steuern, Rente, Unterhalt, Datenschutz, E-Health-Gesetz, Gehaltserhöhung für MFA – wie gewohnt gibt es Neuerungen im neuen Jahr, auf die Sie sich vorbereiten sollten. Alles Wichtige finden Sie in unserem Check für 2018:

Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter steigt
Anschaffungskosten- oder Herstellungskosten für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, können sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung gewinnmindernd abgezogen werden. Bisher durfte die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 410 Euro netto nicht überschritten werden.

Mit Wirkung ab 2018 ist die Grenze auf 800 Euro netto angehoben worden. Bis zu diesem Betrag können erworbene oder hergestellte Wirtschaftsgüter sofort und in voller Höhe als Werbungskosten abgeschrieben werden und müssen nicht mehr im Wege der Abschreibung auf die Nutzungsdauer verteilt werden.

Für Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 1000 Euro liegen, besteht die Möglichkeit einen Sammelposten zu bilden (alternativ zur Sofortabschreibung), der über fünf Jahre mit 20 % abgeschrieben werden kann. Der Schwellenwert für die Sammelpostenregelung wird ab 2018 von 150 Euro auf 250 Euro angehoben, die obere Grenze von 1000 Euro gilt jedoch unverändert weiter. Bei Anschaffung eines Vermögensgegenstandes mit einer Nutzungsdauer unter einem Jahr – ein „kurzlebiges Wirtschaftsgut“ - können die Anschaffungskosten sofort als Betriebsausgaben angesetzt werden. Hier spielt die Höhe der Anschaffungskosten keine Rolle.

Spendenbescheinigungen länger aufbewahren
Für Spenden, die ab dem 01. Januar 2017 getätigt wurden, braucht der Spendennachweis nicht mehr der Einkommensteuererklärung beigefügt werden. Bei Steuererklärungen für 2017, die meistens im Jahr 2018 abgegeben werden, bedeutet dies, dass die Spendenbescheinigung nur noch auf Nachfrage des Finanzamtes vorgelegt werden müssen. Werden die Bescheinigungen nicht angefordert, müssen diese mindestens ein Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheides aufgehoben werden.

Keine Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn
Seit Januar 2017 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 8,84 Euro pro Stunde. Dieser Wert gilt auch für 2018 – ausnahmslos in allen Branchen.

Mehr Geld für Vertragsärzte
Bei den Honorarverhandlungen wurde eine Vergütungserhöhung von rund einer Milliarde Euro in Summe beschlossen: Der Orientierungswert steigt ab Januar 2018 für alle Leistungen um 1,18 %. Dies entspricht einer Erhöhung von rund 438 Millionen Euro. Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung steigt aufgrund des zunehmenden Alters der Bevölkerung um etwa 79,3 Millionen Euro. Extrabudgetierte Leistungen – Vorsorgeuntersuchungen zum Beispiel – erhalten ein geschätztes Plus i. H. v. 400 Millionen Euro.

Neuer Tarifvertrag für MFA
Die Tarifpartner der niedergelassenen Ärzte und der Medizinischen Fachangestellten haben sich bereits Mitte 2017 auf
einen neuen Gehaltstarifvertrag und einen neuen Manteltarifvertrag geeinigt. Rückwirkend zum 01. April 2017 sind die Gehälter um 2,6 % gestiegen. Eine weitere Erhöhung erfolgt ab dem 01. April 2018 um nochmals 2,2 %. Zudem steigt die Ausbildungsvergütung um durchschnittlich weitere 1,7 %. Das bisherige 13. Gehalt wird ab 2018 in eine Sonderzahlung umgewandelt: Die Hälft e des 13. Gehaltes wird auf die Monatsgehälter umgelegt, die andere Hälfte wird als Sonderzahlung zum 01. Dezember ausgezahlt. Damit werden die in der Tariftabelle vereinbarten monatl. Bruttogehälter und Ausbildungsvergütungen ab 01. Januar 2018 um 4,17 % angehoben.

Steuererklärung elektronisch übermitteln
Bisher durften Freiberufler der Einkommensteuererklärung eine formlose Gewinnermittlung beifügen, wenn ihre Betriebseinnahmen weniger als 17.500 Euro betrugen. Diese Regelung gilt nicht mehr. Das heißt, für die Steuererklärung 2017 muss die Anlage EÜR elektronisch übermittelt werden. Eine Ausnahme gibt es nur für Härtefälle.

Kürzere Auszahlungsfrist beim Kindergeld
Ab 2018 wird das Kindergeld nur noch rückwirkend für sechs Monate ausgezahlt. Bisher konnte eine nachträgliche Auszahlung für maximal vier Jahre veranlasst werden. Eltern sollten deshalb zeitnah prüfen, ob ein Anspruch auf Kindergeld, beispielsweise bei volljährigen Kindern in Ausbildung, besteht.

Steuerklassenwechsel
Der Wechsel von der Steuerklasse 3/5 in die Steuerklasse 4/4 wird einfacher: Ab 2018 genügt der Antrag eines Ehegatten, um beide Ehegatten in die Steuerklasse 4 einzureihen. Ein gemeinsamer Antrag ist nicht mehr erforderlich.
Altersentlastungsbetrag schmilzt Neben besonderen Steuerregelungen für Renten und Pensionen gibt es auch für die übrigen Alterseinkünfte, zum Beispiel für Mieteinnahmen, eine steuerliche Entlastung – den Altersentlastungsbetrag. Für Senioren, die 2017 das 64. Lebensjahr vollendet haben, liegt der Altersentlastungsbetrag 19,2 % der positiven Summe der Einkünfte, ohne Versorgungsbezüge und Renten, höchstens 912 Euro. Der Altersentlastungsbetrag für frühere Jahrgänge gilt unverändert weiterhin.

Datenschutz in der Praxis
Am 01. Mai 2018 tritt die sogenannte Europäische Datenschutzverordnung in Kraft , am 25. Mai 2018 folgt das neue Bundesdatengesetz. Beide Normen haben weitreichende Auswirkungen auf Arztpraxen – sie gelten als datenverarbeitende Unternehmen, wenn sie Mitarbeiter erfassen und Patientendaten erheben. Viele Arztpraxen werden eine Datenschutz-Folgenabschätzung vornehmen und einen Datenschutzbeauftragten bestellen müssen. Arztpraxen, die von einem einzelnen Arzt geführt und weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen, werden von dieser Verpflichtung vorerst ausgenommen sein. Praxen mit mehr als zehn Beschäftigten und Gemeinschaftspraxen werden die Prüfung veranlassen müssen. Bei letzteren ist die Rechtslage noch unklar, die Benennungen eines Beauftragten sollte in Hinblick auf das Bußgeldrisiko unbedingt erfolgen.

E-Health-Gesetz: VSDM ab 2019
Das Versichertenstammdatenmanagement startet zum 01. Januar 2019 (Details auf Seite 23). Bisweilen können Praxen diese Versichertenstammdaten auf der eGK einlesen, aber nicht aktualisieren. Bis Dezember 2018 haben Arztpraxen noch Zeit, sich an die Telematikinfrastruktur anzubinden, denn ab 2019 wird der Online-Datenabgleich Pflicht. Andernfalls drohen den Ärzten solange Honorarkürzungen von pauschal 1 %, bis die Prüfung durchgeführt wurde.

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