Drauf einstellen: Praxiskosten 2022

01. Feb 2022


Mit folgenden zusätzlichen Ausgaben müssen niedergelassene Ärzte im neuen Jahr rechnen:


Personalkosten
  • MFA: Arztpraxen, die tarifgebunden sind, müssen MFA seit Jahresbeginn 3 Prozent mehr zahlen. Das monatliche Einstiegsgehalt für Vollzeitbeschäftigte nach der Ausbildung liegt bei 2.151 Euro. Zudem sind die Ausbildungsvergütungen im ersten auf 900 Euro, im zweiten auf 965 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.035 Euro angehoben worden.
  • Mindestlohn: Seit dem 01. Januar liegt die Untergrenze des gesetzlichen Mindestlohns bei 9,82 Euro Stundenlohn. Ab dem 01. Juli müssen mindestens 10,45 Euro pro Stunde gezahlt werden. Der neue Mindestlohn gilt auch für Minijobs.
Erhöhung der Versicherungsbeiträge
  • Berufshaftpflichtversicherung: Wegen gestiegener Kosten wird es auch bei Berufshaftpflichtversicherungen eine Anhebung geben. Diese beträgt ca. 10 Prozent. Da die Berufshaftpflichtversicherung der Deutschen Ärzteversicherung die Anpassungen individuell für jede Praxis berechnet, kann sie die Beiträge für das laufende Jahr stabil halten.
  • Praxisinhaltsversicherung: Auswirkungen der Pandemie spürt man deutlich an der Preisentwicklung – die Preise sind bei Einrichtungsgegenständen, Waren und Rohstoffe überproportional gestiegen. Deshalb passen viele Anbieter von Praxisinhaltsversicherungen die vertraglich vereinbarte Erhöhung und Leistungen um bis zu 14 Prozent an. Die Anpassung sorgt dafür, dass bei einem größeren Schaden auch der korrekte Wert ersetzt werden kann. Versicherte bekommen im Schadenfall immerhin auch mehr für ihr Geld.
Praxisbetrieb
  • IT: Aufgrund der besonderen Anforderungen an die IT in Arztpraxen in Bezug auf Sicherheit und digitale Kommunikation können die Ausgaben für dieses Jahr höher ausfallen. Viele Arztpraxen haben Nachholbedarf und die Erstattungspauschalen der Kassenärztlichen Vereinigungen für die Telematikinfrastruktur decken nicht immer die Preise der IT-Firmen vollumfänglich ab. Laut dem IT-Marktforschungsinstitut Gartner werden die Ausgaben von Unternehmen für IT in Deutschland ca. 146,3 Milliarden Euro erreichen. Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 4,4 Prozent.
  • Strom und Gas: Trotz sinkender EEG-Umlage werden die Kosten für Energie steigen, da der steigende CO₂-Preis, die höheren Netzgebühren und hohe Großhandelspreise die meisten Versorger dazu „zwingt“, ihre Preise zu erhöhen. Beim Gas müssen sich Haushalte und gewerbliche Kleinabnehmer, wie Arztpraxen, auf eine Erhöhung um ca. 21 Prozent einstellen. Die Aufschläge beim Strom werden voraussichtlich bei bis zu 7 Prozent durchschnittlich liegen.
  • Porto: Die Preise der Deutschen Post sind zum 01.01.2022 gestiegen – ein Standardbrief kostet aktuell 85 statt 80 Cent und ein Standardeinschreiben 2,65 statt 2,50 Euro.

meditaxa Redaktion


Foto: © Kittiphan / AdobeStock

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