Vorsteuerabzug:

02. Aug 2022

Dachreparatur aufgrund der Installation einer Photovoltaikanlage

Wer durch eine Solaranlage auf dem Dach Einnahmen erwirtschaftet, muss Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt abführen. Der Eigentümer der Anlage kann entsprechend aus den Kosten für die Anschaffung, den Betrieb und die Wartung aber auch Vorsteuern geltend machen und mit der Umsatzsteuer verrechnen. Der Vorsteuerabzug gilt jedoch nicht für alle Aufwendungen, die mit der Anlage in Verbindung stehen.
So entschied das Finanzgericht Nürnberg, dass eine Dachreparatur nicht im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage steht und daher keine Vorsteuerverrechnung stattfinden kann.
Ein Unternehmer hatte auf seinem privaten Wohnhaus eine Photovoltaikanlage installieren lassen. Dabei wurde das Dach beschädigt. Er ließ die Schäden von einem Dachdecker und Zimmerer reparieren und berücksichtigte die in den Rechnungen der Handwerker ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuerabzug in seinen Umsatzsteuervoranmeldungen für die Photovoltaikanlage. Das Finanzamt ging davon aus, dass die Vorsteuer aus den Rechnungen des Dachdeckers und des Zimmerers nicht abzugsfähig ist, da er ihre Leistungen zu weniger als 10 Prozent für seine berufliche Tätigkeit nutzt.
Das Gericht gab dem Finanzamt Recht: Der Unternehmer nutze das Gebäude zu mehr als 90 Prozent privat, demnach konnten nur 10 Prozent der unternehmerischen Nutzung zugerechnet werden und die Vorsteuer aus den Rechnungen ist nicht in vollem Umfang absetzbar.

Quelle: FG Nürnberg Urteil vom 23.02.2021 - 6 K 2014/17
Foto: brizmaker/stock.adobe.com

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