Medizinmesse: Aufwendungen für den Besuch können als Werbungskosten geltend gemacht werden

meditaxa finanzen

HAI, Exopharm, Fachdental Südwest, Intersana, ... Im Früh- und im Spätjahr tagen die Fachmessen in den deutschen Großstädten. Neue Technologien und Verfahren können gute Gründe für einen beruflichen Messebesuch sein – mit dem Nachweis einer beruflichen Veranlassung können angefallene Kosten beim Finanzamt als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Ist der Besuch ausschließlich beruflich begründet, sind Aufwendungen als Werbungskosten, bzw. Betriebsausgaben abzugsfähig. Seit einer Änderung sind auch Messebesuche, die teils beruflich, teils privat veranlasst sind, steuerlich relevant. Aufwendungen für den beruflichen Teil sind abzugsfähig, bei einer rein privaten Veranlassung entfällt die steuerliche Berücksichtigung.

Zum Nachweis einer beruflichen Veranlassung empfielt es sich, ein sogenanntes Messetagebuch zu führen: Besuchte Stände, Gesprächspartner, Teilnahme an Vorträgen und Vorführungen werden darin dokumentiert. Eine bestätigte Teilnahme an einem Workshop ist für die Dokumentation und als Nachweis dabei fast unverzichtbar. Bei Arbeitnehmern spricht es zudem für die berufliche Veranlassung, wenn der Messebesuch während der Arbeitszeit stattfindet. Übernimmt der Arbeitgeber in dem Fall einen Teil, oder sogar die gesamten Aufwendungen, entfällt der Werbungskostenabzug beim Arbeitnehmer.

Folgende Aufwendungen sind bei einer rein beruflichen Veranlassung des Messebesuchs steuerlich berücksichtigungsfähig:

  • Eintrittskarte der Messe
  • Zusatzkosten für die Teilnahme an Seminaren
  • Fahrten mit dem Pkw zur Messe (30 Cent/km)
  • Parkgebühren
  • Tickets für öffentliche Verkehrsmittel
  • Taxikosten (Messe, Bahnhof, Flughafen)
  • Übernachtungskosten
  • Verpflegungspauschale (Abwesenheit von zu Hause von mehr als acht Stunden: 12 Euro, mehrtägig: 12 Euro für den An- und Abreisetag, 24 Euro für jeden Zwischentag)
  • Telefonkosten für berufliche Telefonate
  • Unfallkosten, bei An- und Abreise zur Messe und während des Messebesuchs

Bei nicht mehr als 10 Prozent privater Mitveranlassung bleibt der Abzug der angefallenen Kosten in voller Höhe möglich. Ansonsten ist eine zeitliche Aufteilung vorzunehmen: Bei einem dreitägigen Messeaufenthalt, bei dem ein Tag dafür genutzt wird, sich die Stadt anzusehen, sind zwei Drittel der angefallenen Kosten als Betriebsausgaben, bzw. Werbungskosten steuerlich abzugsfähig.

Quelle: meditaxa Redaktion | Quelle: Der Steuerzahler 04/18

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen