Social Media: Back to basics

Sinnvolle Diskussionen, zuverlässige Informationen, einen respektvollen Umgang
und Unterhaltung: das sind die Grundideen der Sozialen Netzwerke wie facebook, twitter, instagram und Co. Stand 2019 ist allerdings: Likes und Follower-Zahlen sind wichtiger denn je, die Qualität der Beiträge scheint in den Hintergrund zu rücken. Facebook hat mit der Cambridge-Analytica-Krise zu kämpfen und Twitter muss sich mit Cyber mobbing auseinandersetzen.
Wie lässt sich zurückgewinnen, was Social Media eigentlich so besonders machen sollte? Soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit, digital in weltweiten Dialog zu treten – als Plattformen für Ideen, Diskussionen und die eigene Stimme. Ausschlaggebend für die Veränderung ist die Zahl der Follower und Likes – je mehr wir davon generieren, desto beliebter fühlen wir uns. Aber: Was viele Likes und Follower generiert, ist provokativ und sensationell. Diese Metriken helfen den sozialen Netzwerken zu entscheiden, welche Inhalte besonders gut angekommen und andere User interessieren könnten. Ergebnis: Der jeweilige Algorithmus spült genau diesen und ähnlichen Content in die Feeds der Accounts. Es gibt keinen ausgewogenen Themenpool mehr.
Den Akteuren im „Backend“ ist dieses Problem bekannt: Instagram fährt in Kanada derweil einen Testlauf, bei dem die Zahl der Likes und Follower nicht mehr angezeigt wird. Die Plattformbetreiber überlegen, die Follower-Zahl der Accounts generell abzuschalten – weg vom sinnlosen Scrollen durch den Newsfeed hin zu spezifischen Informationen mit echtem Mehrwert. Abseits von Likes und Followern breitet sich ein weiteres Problem aus. Vor facebook und Co. wurden Nachrichten über die Medien nur empfangen. Heute kann sie jede und jeder selbst senden und die eigene Meinung frei äußern. Was beispielsweise während des Arabischen Frühlings wichtig und hilfreich war, führt aktuell häufiger zu Online-Hetze und Hasskommentaren. Dafür ist meist nur eine kleine Minderheit verantwortlich, diese geht jedoch gezielt vor, um Algorithmen zu manipulieren und den Online-Diskurs zu bestimmen. Um das zu verhindern, setzen viele Plattformen mittlerweile auf KI-gestützte Algorithmen. Instagram hat eine Funktion, die mit Hilfe von maschinellem Lernen beleidigende Begriffe erkennt und heraus filtert. Auch bei Twitter werden bereits 38 Prozent der beleidigenden Tweets durch einen Algorithmus gefunden und zur Überprüfung an ein Team gesendet. Die Verantwortung, ob und wie sich Social Media in Zukunft verändert, liegt nicht nur bei den Plattformen selbst, sondern auch bei jedem einzelnen Nutzer.

Foto: © Freepik


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