Die eigene Praxis – eine eigene Marke

praxismarketing

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„Ich bin ein guter Arzt, das spricht sich rum“ – viele niedergelassene Ärzte vertrauen auf das klassische „Empfehlungsmarketing“ und die Mundpropaganda ihrer Patienten.

Der zunehmende Wettbewerb im Gesundheitssektor macht leider vielen Praxisinhabern einen Strich durch diese Rechnung. Zu viele ähnliche Praxen mit ähnlichen Leistungen, ähnlicher Ausstattung, in denen ähnliche Behandlungen angeboten werden – willkommen in der „toten Mitte“. In diesem Sektor des Marktes befinden sich viele ähnliche Dienstleistungen mit dem gleichen Schicksal: der „langweiligen“ Norm zu entsprechen. Prinzipiell macht keiner der Praxisinhaber etwas falsch, ganz im Gegenteil, wenn man rein den Aspekt der Gesundheitsleistungen betrachtet. Und dennoch, Arztpraxen der Norm bekommen am Ende eben leider nur das, was alle bekommen: Ähnliche Umsätze, ähnliche Aufmerksamkeit, ähnliche Gewinne. In der Gleichförmigkeit unterzugehen kann sich auch in Hinblick auf die Versorgung der Patienten als nachteilig erweisen.


BEISPIEL

Patient X braucht eine spezielle Behandlung und sucht nach einer Praxis, die diese anbietet. Im riesigen Pool der Normpraxen wird er vielleicht fündig, oder auch nicht.
Praxis P hat die gesuchte Behandlung im Leistungsspektrum. Wie hoch ist die Chance, dass ein treuer Patient der Praxis P unserem Suchenden genau diese Praxis empfiehlt? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Patient X die Praxis überhaupt findet, wenn Praxismarketing in dem Fall offensichtlich gar nicht existiert? Gleich Null. Und unser Patient X verliert immer mehr Lebensqualität.


Ärzte in Praxisgründung, kassenärztliche Praxen, die in Privatpraxen umwandeln, Praxisinhaber, die ihre Praxis verkaufen möchten – ganz gleich welche Ziele angestrebt werden, die Praxis muss attraktiv sein. Professionelles Praxismarketing kann mit darüber entscheiden, ob sich eine Praxis aufgrund der guten Positionierung am Markt verkaufen lässt, oder ob der Patientenzuwachs steigt, weil die Patienten konsequent qualitativ mit Informationen versorgt werden. Um die eigene Praxis zur eigenen Marke werden zu lassen, müssen die ausschlaggebende Besonderheiten zum Ausdruck gebracht werden, denn Kommunikation motiviert nicht nur Patienten, sondern auch Kollegen dazu, eine Empfehlung auszusprechen.
Darüber hinaus fördert eine patientengerechte Kommunikation den Heilerfolg, denn je mehr Patienten ein aktives Gesundheitsmanagement erfahren, desto mehr investieren sie in ihre Gesundheit. Information ist also das A und O, wenn es um Praxismarketing geht, denn informierte Patienten sind eher bereit, für Wahlleistungen zu bezahlen. Somit wird die individuelle Praxiskommunikation nicht nur zum Imagefaktor, sondern zum lukrativen Service am Patienten. Praxisbroschüren, Patienten yer und die eigene Praxiswebsite bieten hervorragende Möglichkeiten, um die Patienten zu informieren und das Markenpro l der Praxis zu stärken. Ob moderne Behandlungsmethoden, attraktive Wahlleistungen oder besondere Kompetenzen – wer seine Patienten gut informiert, pro tiert auf vielen Ebenen und wirkt obendrein strukturiert und kompetent.


HINWEIS

Viele Arztpraxen nutzen vorzugsweise Werbe- und Informationsmaterial von Pharmafirmen und -herstellern. Diese sind überwiegend sehr produktlastig, vollkommen unspezifisch und informieren die Patienten offensichtlich nur über die Vorteile des Produktes. Die Patienten erhalten keinen Aufschluss über den eigentlichen Nutzen für sie selbst als Patient.


Erachten die Patienten eine Ärztin oder einen Arzt als kompetent, verspüren sie automatisch mehr Vertrauen in die spezifischen Leistungen ihres Heilberuflers.

Welche „Verpackung“ passt zur eigenen Praxis?
Die eigene Praxismarke muss Patienten begeistern, d. h. für Patienten müssen sogenannte Touchpoints geschaffen werden, um Berührungsängste zu vermeiden. Patienten müssen sich wohlfühlen, wann immer sie mit Ihrer Praxis in Berührung kommen: Internetseite, Telefonkontakt, Wartezimmer, Toiletten oder Behandlungszimmer, oder auch Poster, Praxisbeschilderung, Terminkärtchen oder Patienteninformation.
Ob Patienten eine Praxis aufsuchen, überzeugt werden und ihr treu bleiben, hängt von vielen Berührungspunkten ab, die die Patientin oder der Patient bereits im Vorfeld erleben.
Diese Touchpoints sind Ausdruck eines gelebten Markenversprechens, weshalb sich eine Investition in die zielgerichtete und bewusste Gestaltung dieser Touchpoints auf jeden Fall lohnt. Denn wann immer Patienten mit einer Praxis in Berührung kommen, die Praxis als Ganzes hinterlässt einen bleibenden Eindruck und beeinflusst das Verhalten und die Treue ihrer Patienten.

meditaxa Redaktion

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