Portoerhöhung für Standardbriefe

Portokosten führen bei jeder Portoerhöhung zum Ärgernis bei Kassenpatienten, gehören allerdings zu den nicht umgehenden Kosten einer Arztpraxis und bedeuten nach der letzten Portoerhöhung der Deutschen Post vom 01.07.2019 für Ärzte einen Verlust von 25 Cent (vorher 15 Cent pro Brief).

Kassenabrechnung
Vertragsärzte erhalten für den Versand eines Standardbriefes eine Pauschale von 55 Cent (EBM-Nr. 40120). Diese Pauschale kann auch beim Versand des Arztbriefes per Fax oder E-Mail angesetzt werden. Beim Versand per E-Mail ist der Datenschutz zu beachten. Sensible und vertrauliche Informationen – Arztbriefe oder Befunde – dürfen nur verschlüsselt erfolgen.
Neben den Kostenpauschalen für Briefe (EBM Kap. 40.4; Nrn. 40120 bis 40126) gibt es weitere Ziffern für besondere Versandinhalte: Die Nr. 40104 für den Versand von Röntgenfilmen (5,10 Euro) oder die Nr. 40106 für LZ-EKG-Träger (1,50 Euro).Für den Versand des elektronischen Arztbriefes erhält der versendende Arzt 28 Cent für den Versand eines eArztbriefs (EBM-Nr. 86900) und 27 Cent für den Empfang eines eArztbriefs (EBM-Nr. 86901). Die Voraussetzungen für den Versand des elektronischen Arztbriefes sind in der „Richtlinie über die Übermittlung elektronischer Briefe in der vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 291f SGB V (Richtlinie Elektronischer Brief)“ geregelt.

Privatliquidation
Gemäß der GOÄ-Abrechnung werden die tatsächlich entstandenen (Porto-)Kosten angesetzt und dem Patienten berechnet – z. B. bei Zusendung ausgestellter Rezepte, von Befundberichten oder Arztberichten. Es kann immer abgerechnet werden, wenn etwas auf Wunsch des Patienten versendet wird.


HINWEIS

„Versand- und Portokosten können berechnet werden, soweit deren Berechnung nach Absatz 3 nicht ausgeschlossen ist“ (§ 10 GOÄ). Absatz 3 beinhaltet insbesondere das Abrechnungsverbot für Portokosten innerhalb von MVZs oder Krankenhäusern. Gleiches gilt für den Versand von Proben innerhalb einer Laborgemeinschaft – hierbei handelt es
sich um eine innerbetriebliche Verlagerung der Leistungserbringung. Auch bei der Versendung einer ärztlichen Liquidation (§10 Abs. 3 Satz 4) dürfen die Portokosten den Patienten nicht berechnet werden.


Quelle: meditaxa Redaktion

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