Ausnahmen bestätigen die Regel

Prinzipiell muss jede Arztpraxis die Onlineprüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten auf der eGK durchführen – bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal.

Diese Vorschrift gilt sogar für Fachgruppen, wenn diese in einzelnen Fällen persönlichen Kontakt mit den Patienten hatten. Bei Fachgruppen wie Pathologen und Laborärzten kann es zu Ausnahmeregelungen der VSDM-Pflicht kommen, nämlich wenn kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat. Doch selbst bei solchen Fällen müssen Ärzte Eventualitäten in Erwägung ziehen: In speziellen Fällen kann die VSDM-Pflicht greifen, etwa wenn der EBM einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im obligaten Leistungsinhalt fordert, bspw. bei Konsiliarpauschalen. Selbst wenn Ärzte Aufgaben an das Personal delegieren – Blutentnahmen zum Beispiel – handelt es sich um einen Arzt-Patienten-Kontakt. Ein VSDM muss durchgeführt werden. Eine weitere Ausnahme gilt für Hausärzte – mobile Kartenterminals können nicht mit der TI verbunden werden

und arbeiten ausschließlich im Offline-Betrieb. Ärzte können mit ihnen lediglich gespeicherte Versichertenstammdaten der eGK auslesen. Unter solche Ausnahmen fallen zum Beispiel Heim- und Hausbesuche und alle weiteren Arbeitsplätze außerhalb der Praxis, bei denen ein mobiler Kartenterminal zum Einsatz kommt. In diesen Fällen muss kein VSDM beim Patienten durchgeführt werden. Das Versichertenstammdatenmanagement ist die erste Anwendung, die über die TI abgewickelt wird. Das Notfalldatenmanagement (Ärzte können auf Wunsch des Patienten Notfalldatensätze auf der eGK speichern) und der elektronische Medikationsplan sind – was Technik und Vergütung angeht – bisher als Folgeanwendung am weitesten für die Umsetzung in der Praxis vorbereitet.

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