Kindergeld: Weiterführende Ausbildung und (Vollzeit-)Erwerbstätigkeit

01. Feb 2018

Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung bzw. eines Studiums ist die steuerliche Berücksichtigung von volljährigen, unter 25-jährigen Kindern grundsätzlich noch möglich, wenn das Kind neben der Ausbildung keiner Erwerbstätigkeit mit mehr als 20 Stunden wöchentlich nachgeht. Nur bei der Erstausbildung ist es für das Kindergeld nicht relevant, in welchem Umfang das Kind nebenbei erwerbstätig ist. Als Teil der Erstausbildung kann auch eine weiterführende Ausbildung anzusehen sein, die in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der vorangegangenen Ausbildung steht. Eine Fortführungsabsicht kann nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil der Familienkasse eine entsprechende schriftliche Erklärung nicht spätestens im Folgemonat nach Abschluss des vorangegangenen Ausbildungsabschnitts vorgelegt wurde; eine frühe Absichtserklärung kann jedoch für die Annahme einer einheitlichen Erstausbildung sprechen. Nach der derzeitigen Rechtsprechung führt nicht jede berufsintegrierte bzw. berufsbegleitende Aus-bzw. Weiterbildung, wie z. B. zum Fachwirt, zum Meister oder ein Masterstudium, zur Annahme einer einheitlichen Erstausbildung. Die Ausbildung muss weiterhin die hauptsächliche Tätigkeit bilden; dagegen spricht in der Regel ein zeitlich unbefristetes oder ein auf mehr als 26 Wochen befristetes Beschäftigungsverhältnis mit vollzeitiger Beschäftigung. In die Gesamtbetrachtung ist miteinzubeziehen, inwieweit die Arbeitstätigkeit den Ausbildungsmaßnahmen untergeordnet ist und neben der Ausbildung durchgeführt wird. Inwieweit sich die Berufstätigkeit der Ausbildung unterordnet, ist im Einzelfall zu prüfen.

Quelle: FG Düsseldorf vom 22. März 2019 7 K 2386/18 Kg.

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