Jobticket für Arbeitnehmer

Jobticket für Arbeitnehmer

Ein Jobticket oder Zuschüsse für den Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln müssen seit 2019 nicht mehr als geldwerter Vorteil versteuert werden. Das Bundesfinanzministerium hat dazu ein Verwaltungsschreiben veröffentlicht, in dem wichtigsten Grundsätze der neuen Regelung erläutert. Voraussetzung für das steuerfreie Ticket oder den Zuschuss ist, dass es zusätzlich zum bisher vereinbarten Arbeitslohn gezahlt wird. Wird das Ticket hingegen auf den bisherigen Arbeitslohn angerechnet, ein Gehaltsverzicht oder eine Gehaltsumwandlung vorgenommen, kommt es nicht zur Steuerbefreiung.
Zuschüsse oder Sachbezüge des Arbeitgebers für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, z. B. Jobtickets, sind grundsätzlich steuerfrei. Auch wenn der Arbeitnehmer mit dem gewährten Ticket Privatfahrten unternehmen kann. Für Zuschüsse zur Nutzung des Fernverkehrs (ICE, IC, EC) gelten jedoch strengere Vorschriften. Im Fernverkehr sind durch die neue Regelung lediglich Fahrten zwischen der Wohnung des Arbeitnehmers und seiner ersten Tätigkeitsstätte steuerlich begünstigt. Erhält der Arbeitnehmer etwa eine Bahncard 100 oder einen Zuschuss hierzu, muss genau hingeschaut werden, da dies auch zu Fahrten über den Arbeitsweg hinaus berechtigt. Dazu ist vom Arbeitgeber eine entsprechende Prognose zu erstellen: Nur wenn die Summe aller Einzelfahrscheine, die für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte anfallen würde, die Kosten für die Bahncard übersteigt, bleibt die Arbeitgeberleistung auch gänzlich steuerfrei. Zahlungen des Arbeitgebers für Dienstfahrten sowie wöchentliche Heimfahrten im Rahmen
der doppelten Haushaltsführung des Arbeitnehmers
sind ebenso steuerfrei und in die Prognose einzubeziehen.
Wird eine Vollamortisierung nicht erreicht – der gewährte
Zuschuss bzw. die Kosten für die Bahncard übersteigen die
Summe der Einzelfahrscheine – muss der Differenzbetrag als
geldwerter Vorteil versteuert werden. Bei Arbeitnehmern, die
das steuerfreie Extra erhalten, wird die Entfernungspauschale
für die Wege zwischen
Wohnung und Arbeitsplatz
entsprechend gekürzt – unabhängig
davon, ob das Ticket genutzt wird.
Für dieses Jahr plant der Gesetzgeber
sogar eine Ausweitung der
Jobticketregelung. Dann ist voraussichtlich
eine Pauschalbesteuerung
möglich, die ohne Kürzung der Entfernungspauschale
erfolgt.


Quelle: Bund der Steuerzahler 10/2019

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen