Unaufdringlich IGeLn

Viele Patienten sind bereit, mehr Geld in ihre Gesundheit zu investieren. Aus dem ersten Empfehlungskatalog der KBV von 1998 mit nur 79 individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), hat sich ein umsatzstarker Markt mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr entwickelt. Seit 2001 hat sich der Anteil an Patienten, die private Zusatzleistungen in Anspruch nehmen, verdreifacht. Es gibt viele Ärzte, denen es unangenehm ist zu „IGeLn“. Man möchte nicht den Eindruck
erwecken, es ginge rein ums Geld. Gerade Allgemeinmediziner sind im Bereich IGeL sehr zurückhaltend. Private Zusatzleistungen bieten der eigenen Praxis die Möglichkeit, das Leistungsspektrum sinnvoll und patientenorientiert zu erweitern und dennoch ein gutes Vertrauensverhältnis zu wahren – ist es nicht schließlich Ihr Beruf als Ärzte, kostenpflichtig Hilfe anzubieten? Nicht nur für IGeL, auch für eine Kassenleistung müssen Patienten bezahlen – wenn auch indirekt über die Krankenkassenbeiträge. Wichtig ist, IGeL nur anzubieten, wenn diese für medizinisch sinnvoll erachtet werden. Denn nur dann stehen Sie als Ärztin oder Arzt auch hinter Ihrer Leistung und es fällt gegenüber Patienten leichter, diese anzubieten. Vorweg ist es ratsam, sich für bestimmte IGeL zu entscheiden, seine MFA mit einzubeziehen, damit diese sich qualifizieren und die entsprechende IGeL auch erklären können. Mit eigenem Informationsmaterial zu den Zusatzleistungen Ihrer Praxis können Sie Patienten bereits im Wartezimmer darüber informieren. Wichtig ist bei dem Infomaterial:
Es sollte eigenes Material sein, das die Patienten unverbindlich und objektiv informiert. Unterstützung bei der Erstellung von Infomaterial erhalten Sie bei Marketingagenturen, die auf Kommunikation für Heilberufler spezialisiert sind. Möchte eine Patientin oder ein Patient IGeL in Anspruch nehmen, müssen die rechtlichen Vorgaben beachtet werden:

Die Versicherten müssen vor Behandlungsbeginn gemäß Bundesmantelvertrag – Ärzte schriftlich bestätigen, dass sie ausdrücklich verlangen, auf eigene Kosten behandelt zu werden, da die Berechnung für eine IGeL auf der GOÄ basiert. Für die IGeL muss eine Rechnung über die erbrachte Leistung ausgestellt werden, in der detailliert die Leistungsbestandteile mit dem jeweiligen Preis aufgelistet sind. Dieser bürokratische Aufwand bedeutet zwar Mehrarbeit, kann sich aber unterm Strich nicht nur finanziell lohnen – wenn Patienten sich durch ein sinnvoll erweitertes Angebot gut versorgt fühlen, profitieren Sie als Praxisinhaberin oder Praxisinhaber von deren Empfehlung.

meditaxa Redaktion

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