Nachhaltigkeit im Schrank

Neues Jahr, neue Saison – neues Outfit? Das muss nicht die logische Schlussfolgerung sein. Natürlich gibt es Modefreaks, für die nur der Wechsel das Beständige ist. Aber mal ehrlich:
Wenn man bedenkt, wie viel Zeit es kostet (vor allem für Frauen), sich jeden Tag den passenden Look zusammenzustellen – da geht einiges an Lebenszeit verloren. Beim Einkleiden als Heilberufler ist es nahezu vergebliche Liebesmüh, denn aus dem Kittel ragen: Kragen und Beine. Eine Idee wäre da doch, sich für jeden Wochentag eine Kombi zurechtzulegen, also einen Montagslook, der Dienstagspulli mit entsprechender Hose, etwas für mittwochs und so weiter. Oder ein Werktagsoutfit und eins für Treffen unter Kollegen. Auf die Spitze trieb dieses Spiel eine junge Frau aus den USA, die sich für ihr Berufsleben sieben exakt gleiche Blusen und die gleiche Anzahl identischer Hosen zugelegt hat; im Büro trägt sie jeden Tag dasselbe. Langweilig, unkreativ, keine Selbstverwirklichung?

Psychologisch gesehen zeugt es eher von einer starken Persönlichkeit, nicht jeden Trend mitzumachen. Von Umweltaspekten braucht man gar nicht zu reden. Ein positiver Nebeneffekt ist außerdem eine bessere Trennbarkeit von Beruf und Privatleben. Gerade Heilberufler, die für ihren Beruf leben und meist die Arbeit im Kopf „mit nach Hause nehmen“, können so nicht nur den Kittel, sondern mit der Kleidung auch die Gedanken an den Alltag besser ablegen.

Vielleicht kann „Werktagskleidung“, wie auch immer geartet, eine Inspiration für das frisch angefangene Jahr sein? Die äußerliche Gleichförmigkeit muss jedenfalls nicht Eintönigkeit bedeuten. Emily Dickinson sah es so: „Wir werden nicht jeden Tag älter, sondern jeden Tag neu.“

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen