Silver Society – Erfüllung im Ruhestand

Silver Society – Erfüllung im Ruhestand

Die Welt ist alt und wird noch älter. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung etwa um die Hälfte zunehmen. Auch steigt die Zahl der ü ber 60-Jährigen von 600 Millionen auf 2 Milliarden. Familie, Arbeitskräfte, Gesundheitssysteme, Bildung, Mobilität, urbane Entwicklung: Es gibt kaum einen gesellschaftlichen Bereich, der Antworten auf die Veränderungen der kommenden Jahre hat. Die sogenannte Silver Society denkt bereits um: Alter wird nicht als Belastung, sondern als Chance verstanden – der Begriff „Alter“ erfährt eine Neudefinierung. Auch bei der Erwerbstätigkeit wird ein Wandel zur Flow Economy gefordert. Arbeit soll nicht nur erwerbsorientiert, sondern im Hinblick auf Sinn und Spaß ausgewählt werden. Den Trend der Silver Society zur Flow Economy verzeichnete bereits eine Studie der Generali Unternehmensgruppe: 2017 engagierten sich 45 Prozent der 65- bis 85-Jährigen in elf verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Der Trend hält an. Rentner suchen sinnstiftende Tätigkeiten, oft in Form eines Ehrenamtes. Während anderswo sogenannte Social Businesses aus dem Boden schießen, nehmen sich nur wenige und zögernd der älteren Generation an, so dass sie weiterhin einen sinnvollen Beitrag an der Gesellschaft leisten zu können – drei Beispiele, die Vorreiter sein können:

Die Ausstellung „Dialog mit der Zeit“ beleuchtet vor allem die positiven Seiten des Alter(n)s und macht sie aktiv erlebbar – begleitet durch mindestens 70 Jahre alte Senior Guides. Diese können dadurch zu ihrer Rente hinzuverdienen, andere gleichaltrige Menschen kennenlernen und einer erfüllenden Tätigkeit nachgehen. Durch die Ausstellungskonzeption der wird Erfahrung zum Vermögen, ein Bewusstsein für die Zukunft des Alterns erzeugt und der Dialog zwischen den Generationen initiiert.

Bei „Kuchentratsch“ backen ältere Menschen, die liebevoll Omas und Opas genannt werden, Kuchen nach bewährten Rezepten, die von Privatpersonen, Cafés und Firmen gekauft werden. Durch dieses Geschäftsmodell können die Omas und Opas einer Tätigkeit nachgehen, die Freude bereitet und sie mit Gleichaltrigen zusammenführt. Und die Abnehmer genießen mal wieder einen Kuchen von Oma, auch wenn die eigene ganz weit weg wohnt.

„Generationsbrücke“ nennt sich ein Sozialunternehmen, das regelmäßige Treffen von Schulklassen und Kindergärten mit Altenheimen organisiert. Jede Person bekommt einen Partner, es wird gespielt, gemalt, gesungen, gelacht und voneinander gelernt.

Diese drei Ansätze zeigen, dass Senioren Arbeit über das Ehrenamt hinaus leisten und sinnstiftende Arbeit in einem unternehmerischen Kontext möglich ist. Zusätzlich fördern sie den Dialog zwischen den Generationen, der in Zukunft immer wichtiger wird.


INFO

  • dialog-in-hamburg.de/erlebnisausstellungen/dialog-mit-der-zeit
  • www.kuchentratsch.com
  • www.generationsbruecke-deutschland.de

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