Klein aber oho

01. Mai 2020


Wie merkwürdig, dass ein Haus so oft zum Statussymbol wird, denn lediglich vier Wände und ein Dach über dem Kopf sind im Grunde das, was man braucht. Freunde des Minimalismus legen sich daher immer öfter ein Tiny House zu. Da diese Winzlinge so klein sind, dass man sie auch auf Rädern haben kann, versprechen sie die Freiheit, sich jederzeit zu verändern. Kein Wunder, dass dieser Trend aus den USA kommt, dort ist er eine regelrechte Bewegung mit philosophischem Überbau geworden. Natürlich sind auch hierzulande Bauvorschriften einzuhalten und ein erschlossenes Grundstück sollte man schon sein Eigen nennen. Aber es braucht wenig mehr. Eine gute Planung und erfahrene Handwerker sind wichtig, damit das Domizil auf lange Sicht das Traumhäuschen bleibt. Bei manchem Hersteller darf man selbst Hand anlegen und so mithelfen, die maximal 15 Quadratmeter Wohnfläche (bei angestrebter Straßenzulassung) kostengünstiger entstehen zu lassen. Wer weitestgehend autark leben möchte, hat im Tiny House mit Photovoltaikanlagen, Regenwasseraufbereitung und Biotoiletten die Möglichkeit dazu. Da Architekten und Designer mit ihrem Credo „weniger ist mehr“ nur zu gern ihr Können beweisen, entwickeln sie auf engstem Raum clevere und schicke Lösungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aber ist Design nicht auch ein Statussymbol? Nicht beim Tiny House – Minimalismus eignet sich einfach nicht zum Angeben.

© Daylight Photo- stock.adobe.com

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen