Digitale Werkzeuge für den medizinischen Alltag

01. Mai 2018


Innovative digitale Lösungen zur Unterstützung und Entlastung von Krankenhäusern und Arztpraxen können hilfreich sein. Man kann davon ausgehen, dass telemedizinische Anwendungen und E-Health-Dienste zukünftig viel häufiger in der Praxis angewandt werden, denn durch die Corona-Pandemie wächst der Druck, vorhandene digitale Möglichkeiten zu nutzen:


meditaxa digitale Werkzeuge im medizinischen Alltag

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Videosprechstunden minimieren Infektionsrisiko
Beim Softwareanbieter CompuGroup Medical Deutschland AG beispielweise stieg die Zahl der in Deutschland angeschlossenen Arztpraxen innerhalb eines Monats von 700 auf circa 17.500 und komme auf circa 200.000 Videosprechstunden pro Woche. Auch seien inzwischen 100 Kliniken dabei, so das Management des Unternehmens.

Befunden im Homeoffice
Die App „mRay“ ist eine mobile Kommunikationszentrale für radiologische Bilder, mit der Ärzte medizinische Bilddaten auf mobilen Endgeräten teilen und befunden können.
Die Lösung ist seit einigen Jahren in mehreren Unikliniken im Einsatz. Sie ermöglicht unter anderem eine sichere, strea­mingbasierte und skalierbare Übertragung von radiolo-gischen Bilddaten sowie Telekonsile mit einem oder mehreren Ärzten und ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert. Die Anbieterfirma mbits imaging GmbH stellt die Lösung für die Dauer der Krise kostenfrei zur Verfügung.

Patientenaufklärung für Krebspatienten per App
Die kostenfreie Krebs-App „Mika“, eine digitale Plattform zur individuellen Begleitung von Krebspatienten und ihrer Angehörigen, soll die Kompetenz Betroffener fördern und sie während der Therapie unterstützen. Neu ist die kostenfreie interaktive Arzt-Anbindung „MikaDoc“, über die Onkologen ihre Patienten mit weiterführenden Informationen versorgen können. Per Aktivierungscodes wird der Patient eingeladen, die vom behandelnden Arzt konfigurierte Mika-App zu nutzen. Laut der Fosanis GmbH werden alle Daten verschlüsselt und ausschließlich auf deutschen Servern gespeichert und sind nur mittels 2-Faktor-Authentisierung zugänglich. Die Ärzte geben keine persönlichen Daten der Patienten über die Plattform ein und erhalten auch keine Patientendaten, da die Kommunikation ausschließlich vom Arzt in Richtung Patient erfolgt.

Telemedizin für Intensivstationen
Mit der Telemedizinlösung ERIC für Intensivstationen (Enhanced Recovery after Intensive Care), federführend entwickelt von der Charité Berlin, soll die intensivmedizinische Expertise verfügbar gemacht werden. Durch das System können kleinere Intensivstationen per Audio- und Vidceochat auf das Know-how universitärer Zentren zugreifen und so kompensieren, wenn erfahrene Intensivmediziner vor Ort fehlen. Primäres Ziel von ERIC ist es, Langzeitfolgen einer intensivmedizinischen Behandlung durch die verbesserte Durchführung von evidenzbasierten Qualitätsindikatoren zu vermeiden. ERIC zählt zu den ersten Förderprojekten des Innovationsfonds.

Telemedizinische Unterstützung in der Schwangerschaft
Das Telemedizin-Unternehmen Kinderheldin, das sich auf die Beratung von Schwangeren und jungen Eltern fokussiert hat, bietet für die Zeit der Corona-Krise Onlinekurse mit persönlicher Betreuung zur individuellen Geburtsvorbereitung und Nachsorge an. Die fest angestellten Hebammen von Kinderheldin unterstützen (werdende) Eltern regulär bei Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit per Chat, Telefon oder Video-Call. Ergänzt wird das Angebot zurzeit kurzfristig durch eine ärztliche Hotline. Freiberufliche Hebammen können zudem die digitale Infrastruktur von Kinderheldin nutzen, um ihre Kurse weiterhin digital anzubieten.

Onlinetherapie für Stotternde
Weil die meisten Logopäden- und sonstigen Sprachtherapeutenpraxen mittlerweile geschlossen sind, ist die Versorgung für die 800.000 Betroffenen derzeit weitgehend eingebrochen. Aufgrund der fast zehnjährigen Erfahrung in der Online-
therapie kann die Kasseler Stottertherapie allen Betroffenen jetzt online nachhaltig helfen. Die Krankenkassen übernehmen derzeit alle Kosten. Die Onlinetherapie ermöglicht eine intensive Betreuung und Übungsanleitungen durch ein erfahrenes Therapeutenteam über die Plattform freach-online.com.

Selbsthilfetrainings zu Stressbewältigung und Entspannung
Isolation und Quarantäne unterbinden derzeit soziale Kontakte. Gleichzeitig haben viele Menschen Angst vor einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Die E-Mental-Health-Module der Asklepios-Tochter Minddistrict für den PC oder als App sind jetzt rund um die Uhr kostenfrei verfügbar – entweder über www.asklepios-ehealth.minddistrict.de oder über die Minddistrict-App. Schützenswerte Daten werden laut Anbieter nicht erhoben. Die fünf freigeschalteten Angebote geben Anleitungen und Unterstützung unter den Überschriften „Achtsamkeit“, „Mehr Entspannung“, „Weniger grübeln“, „Dankbarkeit“ und „Was ist Stress?“.

Quelle: meditaxa Redaktion

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