Tätigkeit als ärztliche Beraterin für den MDK ist sozialversicherungspflichtig

11. Mai 2020


Für die Tätigkeit einer Ärztin, die aufgrund jährlich abgeschlossener Honorarverträge für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) sozialmedizinische Beratungsaufgaben übernommen hatte, sind Beiträge zur Sozialver-sicherung zu entrichten.
Dass in den Verträgen die Beratungstätigkeit als freiberufliche Tätigkeit bezeichnet wurde, hielt das SG Münster in seiner Entscheidung hierüber für unerheblich, weil die Verträge auch arbeitnehmertypische Regelungen, insbesondere die Vereinbarung eines Stundenlohns und Vorgaben zur Einsatzzeit enthielten. Nach Auffassung des Gerichts sprach auch die Einbindung der beratenden Ärztin in die Betriebsorganisation des MDK für ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis. Als Indizien für eine solche Einbindung wertete die Kammer, dass der Ärztin die zu begutachtenden Personen durch den MDK zugewiesen wurden, die Ladung dieser Personen durch Mitarbeiter des MDK erfolgte und dieser die für die Begutachtung erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellte.
Außerdem nutzte die Ärztin die Räumlichkeiten des MDK, und die von ihr diktierten Gutachten wurden durch Mitar-beiter des MDK geschrieben.

Quelle: SG Münster, Urteil vom 12.11.2019 – S 23 BA 134/18

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