Entlastungen für Ärzte bei Wirtschaftlichkeitsprüfung

11. Aug 2020



Ärzte müssen im Fall eines Arznei- oder Heilmittelregresses in der Regel nicht mehr für die gesamten Kosten einer unwirtschaftlichen Verordnung aufkommen, sondern den Differenzbetrag zwischen unwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Leistung erstatten.


Dies sehen neue Rahmenvorgaben zur Wirtschaftlichkeitsprüfung vor, die KBV und GKV-Spitzenverband abgeschlossen haben.

Die Differenzberechnung wird auch bei der Prüfmaßnahme „Beratung vor Regress“ angewendet, sodass betroffene Ärzte unter die Auffälligkeitsgrenze gelangen und die ansonsten einmalige Beratung vor Regress für zukünftige Verfahren erhalten bleibt. Nur bei generellen Verordnungsausschlüssen soll die Neuregelung nicht berücksichtigt werden.
Wirtschaftlichkeitsprüfungen müssen den Vorgaben des TSVG entsprechend nunmehr zwei Jahre nach Ende des
Kalenderjahres, in dem die Leistungen verordnet wurden, abgeschlossen sein. Die Kassen müssen die vollständigen Prüfunterlagen sechs Monate vor Fristablauf vorlegen und Ärzten regelmäßig eine Stellungnahmefrist von sechs Wochen einräumen.
Die Neuregelungen bei den Wirtschaftlichkeitsprüfungen von verordneten Leistungen gelten seit dem 11.05.2019 und finden immer dann Anwendung, wenn bei Prüfungen auch Verordnungen, die nach diesem Datum erfolgten, betroffen sind.


Quelle: Rahmenvorgaben Wirtschaftlichkeitsprüfung vom 01.05.2020
Foto: picsfive / AdobeStock


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