Doppelte Haushaltsführung bei Ledigen

11. Aug 2020


Ledige Steuerzahler können Mietaufwendungen für Zweitwohnungen am Arbeitsort als Werbungskosten geltend machen, sofern sie an den Wochenenden und in der übrigen Freizeit beispielsweise mit den Eltern gemeinsam in einem Haus wohnen. Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung sind dann abzugsfähig, wenn sich die Steuerzahlerin oder der Steuerzahler an den haushaltsbezogenen Lebensführungskosten des Haupthaushalts oberhalb einer Geringfügigkeitsgrenze von 10 Prozent finanziell beteiligt.
Die von der Steuerzahlerin oder dem Steuerzahler genutzten Räume müssen jedoch nach Größe und Ausstattung ein eigenständiges Wohnen gestatten.
Im Urteilsfall beteiligte sich der Steuerzahler zwar nicht an den laufenden Lebenshaltungskosten, überwies jedoch im Dezember des Streitjahres einen Betrag von 1.200 Euro
sowie einen Betrag von 550 Euro für anfallende Renovierungskosten. Des Weiteren konnte er Ausgaben für Lebensmitteleinkäufe am Ort des Haupthausstandes nachweisen. Das Finanzamt lehnte den Abzug der Aufwendungen für die Zweitwohnung ab, weil eine erforderliche Beteiligung an den laufenden Haus- und Wohnungskosten des Haupthaushaltes nicht rückwirkend berücksichtigungsfähig ist.
Das Niedersächsische Finanzgericht sah dies anders und gab dem klagenden Steuerzahler Recht. Nach Ansicht des Gerichts ist eine regelmäßige, laufende Beteiligung an den Wohnungs- und Verbrauchskosten nicht erforderlich. Auch unregelmäßige Zahlungen oder nur Einmalzahlungen können, ungeachtet des Zeitpunkts der Zahlung, als finanzielle Beteiligung an der Haushaltsführung gesehen werden.

Quelle: meditaxa Redaktion | FG Niedersachsen, Urteil vom 18.09.2019,  Revisionsverfahren beim BFH, Aktenzeichen VI R 39/19

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