Homeoffice: Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

11. Aug 2020


homeoffice

In Zeiten der Corona-Krise können Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer anweisen, von zu Hause aus zu arbeiten. Dafür ist normalerweise ein Arbeitszimmer nötig, wofür der Arbeitgeber i. d. R. auch die daraus entstehenden Kosten trägt. Ist dies nicht der Fall, können entsprechende Aufwendungen für die Nutzung des „privaten“ Büros zuhause aufgrund von Corona-bedingten Vorsichtsmaßnahmen – unter weiteren Voraussetzungen – steuerlich als „häusliches Arbeitszimmer“ bis zu einer Höhe von 1.250 Euro im Jahr als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Dieser Betrag kann auch zum Tragen kommen, wenn das Arbeitszimmer nicht das ganze Jahr genutzt wird.
Eine Voraussetzung ist, dass dem Steuerpflichtigen für seine berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, was in Corona-Zeiten der Fall sein dürfte. Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit, kommt auch ein unbeschränkter Abzug der Aufwendungen in Frage. Die Voraussetzungen sind dann jedoch zeitanteilig zu prüfen. Sind die Aufwendungen höher als 1.250 Euro, können sie nur berücksichtigt werden, soweit sie auf den Zeitraum entfallen, in dem man zu Hause arbeitet.

Folgende Aufwendungen können
(anteilig nach Fläche) in Ansatz gebracht werden:

Kaltmiete oder Gebäude-Abschreibung,  Wasser, Nebenkosten, Müllabfuhr, Verwaltungskosten, Grundsteuer, Versicherungen, Schornsteinfeger, Heizung, Reinigung, Strom, Renovierung, Schuldzinsen.


HINWEIS

Eine „Arbeitsecke“ gilt nicht als „häusliches Arbeitszimmer“. Ein Arbeitszimmer ist ein Raum, der nach seiner Funktion und Ausstattung ausschließlich zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken genutzt wird. Die Höchstbetragsgrenze von 1.250 € im Jahr ist personenbezogen anzuwenden. Im Falle der Nutzung durch eine weitere Person, z. B. des Ehepartners, können die jeweiligen Aufwendungen hierfür bis zu dieser Obergrenze steuerlich geltend gemacht werden. Aufwendungen für Arbeitsmittel, (Schreibtisch, Bücherregal und PC/Laptop), die der Steuerpflichtige selbst getragen hat, sind bei betrieblicher/beruflicher Veranlassung als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zu berücksichtigen, selbst wenn das Büro nicht als häusliches Arbeitszimmer steuerlich anerkannt wird.

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