Befreiung von der Maskenpflicht: Wer muss, wer muss nicht?

11. Aug 2020


Deutschlandweit gilt die Maskenpflicht in fast allen Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und im öffentlichen Nahverkehr. Ärzte werden vermehrt mit dem Wunsch konfrontiert, ihren Patienten ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht auszustellen. Ist dies „so einfach“ möglich?
Generell gilt bisher, dass Personengruppen, für die das Tragen eines Nasen-Mundschutzes als unzumutbar gilt, von der Maskenpflicht befreit sind. Dazu gehören Kinder unter sechs Jahren, Erwachsene, die an einer Behinderung oder unter gesundheitlichen Einschränkungen wie zum Beispiel Asthma leiden. Schwerhörige oder Gehörlose sowie deren Begleitpersonen sind teilweise von der Maskenpflicht befreit. In Baden-Württemberg ist letztere Personengruppe von der Maskenpflicht befreit, in Bayern hingegen darf die Maske zu Kommunikationszwecken abgenommen werden. Die Befreiung von der Maskenpflicht muss aber bei einer Kontrolle nachgewiesen werden, zum Beispiel durch ein ärztliches Attest.
Wann eine ärztliche Bescheinigung ausgestellt werden darf, müssen niedergelassene Ärzte sorgfältig prüfen. Die Beurteilung, ob eine Befreiung von der Maskenpflicht medizinisch indiziert ist, obliegt dem Haus- oder Facharzt. Demnach müssen Ärzte die Ausstellung einer solchen Bescheinigung gut dokumentieren, um nachweisen zu können, dass bei betroffenen Patienten auch wirklich eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch das Tragen einer Maske vorliegt.
Zur gewissenhaften ärztlichen Berufsausübung gehört insbesondere die Einhaltung in der Berufsordnung, wonach Ärzte bei der Ausstellung ärztlicher Zeugnisse und Gutachten mit der notwendigen Sorgfalt verfahren und nach bestem Wissen ihre ärztliche Überzeugung aussprechen sollen. Anders als bei einem Fall in Hessen – hier stellte ein Mediziner seinen Patienten im Internet ein kostenloses Blanko-Rezept zum Download und Selbstausfüllen zur Verfügung. Die Ausstellung eines Blanko-Rezepts verstößt generell gegen das Gebot, die ärztliche Überzeugung nach bestem Wissen auszusprechen. Dies betrifft insbesondere Personen, die der Ärztin oder dem Arzt unbekannt sind.
Bei der Ausstellung von ärztlichen Attesten muss erkennbar sein, auf welchem Wege die Ärztin oder der Arzt, die, bzw. der das Attest ausgestellt hat, zu dem dokumentierten Ergebnis kam. Ärzte müssen daher sorgfältig prüfen, ob sie das Attest erteilen.

meditaxa Redaktion

Foto: © DmitryStock - stock.adobe.com

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