COVID-19: Berufskrankheit

11. Aug 2020


Aufgrund möglicher schwerer Folgeschäden nach einer Infektion mit SARS-CoV-2, wie etwa an Lunge, Herz, Nieren oder Blutgefäßen, ist COVID-19 bei Ärzten und MFA als Berufskrankheit anerkannt. Infizieren sich angestellte Ärzte oder MFA bei ihrer Arbeit mit dem Virus, fallen Sie unter den besonderen Schutz der Unfallversicherung. Für selbstständige Ärzte, also Praxisinhaber selbst, ist dies nur der Fall, wenn sie sich freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert haben.
Der Verdacht einer Berufskrankheit muss der zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) unverzüglich gemeldet werden. Bei einer COVID-19-Erkrankung handelt es sich um eine Erkrankung, die unter die Nummer 3101 der Anlage 1 fällt: „Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder im Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war.“
Besteht der Verdacht einer Berufskrankheit, sind Ärzte als Arbeitgeber oder als behandelnde Ärzte gesetzlich dazu verpflichtet, unverzüglich eine Anzeige bei der BGW zu erstatten. Hierfür muss der Verdacht einer Infektion oder eine positive Testung sowie Krankheitsanzeichen und die Vermutung, dass die Ansteckung während der Arbeitszeit passiert ist, vorliegen. Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten für einen PCR-Test vom Unfallversicherungsträger übernommen.
Damit die BGW eine COVID-19-Erkrankung als Berufskrankheit anerkennt, müssen betroffene Ärzte und MFA nachweisen können, dass mindestens ein direkter Kontakt mit einer nachweislich an COVID-19 erkrankten Person stattgefunden hat – entweder bei einem Noteinsatz, Hausbesuch oder direkt in der Arztpraxis, wenn dort COVID-19-Patienten behandelt wurden. Sollte es bei Notfällen dazu kommen, dass Mitarbeiter ohne entsprechende Schutzausrüstung gearbeitet haben, müssen Praxisinhaber keinen Regress durch die BGW befürchten. Auch hier sollte entsprechend nachgewiesen werden können, dass Schutzausrüstungen vorhanden sind, „in der Not“ keine Zeit war, diese anzuziehen.
Erkennt die BGW eine COVID-19-Erkrankung als Berufskrankheit an, leistet sie wesentlich mehr als eine gesetzliche KV: ihre Aufgabe ist es unter anderem, die Gesundheit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln möglichst vollständig wiederherzustellen.

Quelle: meditaxa Redaktion

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