Neue TI-Anwendungen auf dem Prüfstand

11. Aug 2020


neue TI

Das Konzept der Telematikinfrastruktur (TI) sieht im kommenden Jahr die Einführung von Anwendungen vor, die auch für Praxisinhaber nützlich sind. So soll beispielsweise ab dem 01. Januar 2021 die gesamte Kommunikation im Gesundheitswesen über den neuen Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) erfolgen. Ärzte können mit KIM unter anderem direkt aus ihrem Praxisverwaltungssystem Daten über die TI sicher versenden.

KIM ist nur eine der neuen Anwendungen, auf die sich Ärzte in Zukunft einstellen müssen. Damit bis dahin alles optimiert ist, stehen einige Neuerungen seit März in Feldtests auf dem Prüfstand: In Westfalen-Lippe werden, in Zusammenarbeit mit 74 Arztpraxen, 15 Apotheken, einer Klinik, der CompuGroup Medical, der KV-Westfalen-Lippe und der gematik, das Notfalldatenmanagement, der elektronische Medikationsplan und die elektronische Signatur im Praxisalltag getestet und die Handhabung dementsprechend zeitnah in Bezug auf Workflow und Sicherheit ausgewertet.

Der Testlauf mit dem Dienst KIM findet aktuell zwischen der CompuGroup Medical, der KV Nordrhein, den KZVen Berlin, Nordrhein, Baden-Württemberg, Bayern sowie 50 Arztpraxen, 16 Zahnarztpraxen und einer Klinik statt. Über KIM werden zukünftig beispielsweise E-Arztbriefe und Befunde ausgetauscht.
Erste Resümees aus der Praxis gibt es bereits – auf der eGK sind Diagnosen, Medikation, Unverträglichkeiten, Allergien, Implantate oder CAVE-Hinweise hinterlegt. Die gespeicherten Informationen sollen in akuten Notfällen helfen. Aber auch im Praxisalltag profitieren Ärzte und medizinisches Personal – der Notfalldatensatz fungiert hier wie ein Patientensteckbrief,  dient als gute Grundlage für eine verbesserte Patientenbetreuung, erleichtert die Patientenneuaufnahme und unterstützt auch bei der Urlaubsvertretung.

Auch die Einführung von KIM in den Praxisalltag soll bisher gut und ohne größere Probleme funktionieren. Demnach sollen zukünftig medizinische Daten wie E-Arztbriefe, die elektronische AU, Befunde und ähnliche medizinische Dokumente über den gesicherten Dienst versendet werden. Das spart beim Austausch von Patientendaten nicht nur Betriebskosten, da Unterlagen nicht mehr ausgedruckt und per Post verschickt werden müssen, es erleichtert auch die Übernahme der Informationen in die Patientenakte, da diese nicht mehr händisch erfasst werden müssen und auch sektorenübergreifend sofort zur Verfügung stehen.

Quelle: meditaxa Redaktion
Foto:
© Jacob Lund - stock.adobe.com

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