COVID-19: Sonder- und Ausnahmeregelungen von KBV, GKV-Spitzenverband und G-BA

04. Nov 2020


Aufgrund der Corona-Pandemie gelten auch im letzten Quartal 2020 viele Sonderregelungen in der ambulanten Versorgung, so KBV und GKV-Spitzenverband: Ärzte können bis zum Jahresende Videosprechstunden weiterhin unbegrenzt anbieten – Fallzahl und Leistungsmenge sind bis dahin nicht limitiert. Ebenfalls verlängert werden die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten der Videobehandlung in der Psychotherapeutischen Sprechstunde und in probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) sowie in der Sozial­psychiatrie die funktionelle Entwicklungstherapie.

Welche Ausnahmeregelungen für ärztlich verordnete Leistungen gelten, wenn es in einzelnen Regionen Deutschlands wieder zu steigenden Infektionszahlen durch das Corona­virus kommt und welche Schutzmaßnahmen greifen, hat der G-BA in einem Grundlagenbeschluss am 17.09.2020 fest­gelegt.

Folgende Bereiche sind von den regionalen Ausnahmeregelungen betroffen:

Videobehandlung: Eine Behandlung kann auch als Videobehandlung stattfinden, wenn dies aus therapeutischer Sicht möglich ist und die Patientin oder der Patient damit einverstanden ist. Diese Regelung gilt für eine Vielzahl von Heilmitteln, die von Vertrags(zahn)ärztinnen und -ärzten verordnet werden können.

Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese: Folge­verordnungen für häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel und Heilmittel dürfen auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt werden. Voraussetzung ist, dass bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung durch die Ärztin oder den Arzt erfolgt ist.

Telefonische Krankschreibung: Versicherte können von Ärzten nach telefonischer Befunderhebung für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen krankgeschrieben werden.
Voraussetzung ist, dass die Versicherten an einer Erkrankung der oberen Atemwege ohne schwere Symptomatik leiden. Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand ihrer Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen.

Verlängerung der Vorlagefrist für Verordnungen: Die Frist zur Vorlage von Verordnungen bei der Krankenkasse wird für häusliche Krankenpflege, spezialisierte ambulante Palliativversorgung und Soziotherapie von 3 Tage auf 10 Tage verlängert.

Krankentransport: Krankentransportfahrten von COVID-19-positiven Versicherten und Personen unter behördlich angeordneter Quarantäne zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen bedürfen nicht der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse.

Folgende Sonderregelungen, die unabhängig von regionalen COVID-19-Ausbruchsgeschehen bundesweit gelten, hat der G-BA mit gleichem Beschluss verlängert:

Heilmittel-Richtlinie und Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte: Die Geltungsdauer für Heilmittelverordnungen bleibt auf 28 Kalendertage verlängert, bis die neuen Heilmittelricht­linien in Kraft treten. Hintergrund der Verlängerung ist die Verschiebung des Inkrafttretens der umfassend geänderten Heilmittel-Richtlinien.

Krankentransport-Richtlinie: siehe regionale Ausnahme­regelungen.

meditaxa Redaktion

Foto: © DmitryStock - stock.adobe.com

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